Erlebnistag Masterplan
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17. Dezember 2018

Erlebnistag Masterplan

EIN RUNDGANG DURCH DIE ZUKUNFT DER OSTSTADT REUTLINGEN

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Am 24 Juni 2017 hat der Erlebnistag Masterplan Oststadt Reutlingen stattgefunden. Eine Veranstaltung für die Bürger um sich einem Überblick über die Zukunft der Oststadt zu schaffen. Anhand eines Rundweges konnten sich die Besucher über die drei Schwerpunkte des Masterplans  informieren: Das Gestaltungsleitbild sowie die Verkehrsberuhigung der Oststadt und das Stadtbuskonzept.

Die Besucher konnten sich über die Pläne der Stadt informieren und diese sogar Vorort austesten. Die Bewohner der Oststadt hatten zusätzlich die Gelegenheit am Masterplan mitzuwirken.

Der Rundgang bestand aus vier Stationen, bei denen man sich das Gestaltungsleitbild sowohl öffentlicher – als auch  privater Räume anschauen konnte. Außerdem waren die Verkehrsberuhigungsmaßnahmen bei der Planie, der Kaiserstraße und der Charlottenstraße exemplarisch dargestellt. Zuletzt  wurde das Stadtbuskonzept vorgestellt. Entlang des Rundgangs wurden Pilotprojekte sowie Probemaßnahmen getestet, wie z.B. die Parklets und die Bedruckung für eine Fahrradstraße.


Oststadt – öffentliche Flächen und Verkehrsberuhigung
Der Masterplan für die öffentlichen Flächen und die Verkehrsberuhigung in der Reutlinger Oststadt behandelt die Neugestaltung der öffentlichen Flächen. Hintergrund ist zum einen, dass mit der Eröffnung des Scheibengipfeltunnels möglicherweise Verlagerungen von Verkehrsströmen in die Oststadt entstehen können, die durch geeignete verkehrsberuhigende Maßnahmen unterbunden werden sollen. Zum anderen stehen in manchen Straßen der Oststadt in den kommenden Jahren Arbeiten an der unterirdischen Infrastruktur an, weshalb einige Straßen aufgebrochen werden müssen.
Der Masterplan verknüpft die beiden Planungen zu einem Gestaltungskonzept, das als langfristiger Leitfaden zur Aufwertung der öffentlichen Räume in der Oststadt dient. Stück um Stück können im Zuge ohnehin notwendiger Baumaßnahmen die Straßen der Oststadt umgestaltet werden. Der Masterplan stellt sicher, dass dabei kein Stückwerk, sondern ein einheitliches, gestaltetes Gesamtbild entsteht. Dabei ist ein entscheidendes Ziel auch, die Oststadt attraktiver für den Fuß- und Radverkehr zu gestalten, um den hohen Anteil an Ziel- und Quellverkehr in der Oststadt zu reduzieren.

Oststadt – Architektur und private Flächen
Die Oststadt wird von ihren Bewohnerinnen und Bewohnern als einzigartig bezeichnet – zu recht! Die Oststadt ist eine lebendige Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Schulen, hat viel grün und idyllische Wohnlagen, und das, obwohl sie im Herzen einer Großstadt in unmittelbarer Nähe zum historischen Stadtkern liegt.


Einzigartige Vielfalt
Auch die Architektur ist einzigartig, vor allem in ihrer Mischung: alte, prächtige Unternehmervillen kleinen Häuschen, Doppelhäuser, villenartige Mehrfamilienhäuser und dazwischen einige alte Fabriken. Die Gebäude sind Zeugen der Vergangenheit und erzählen viel über die Geschichte der Oststadt, in der die Unternehmer, Arbeiter und Fabriken in einer selten in dieser Form zu findenden Nähe zueinander ein Quartier bildeten. Auch heute noch ist diese Vielfalt und das Nebeneinander unterschiedlicher Lebensstile in der Oststadt zu spüren – schließlich bietet sie ja auch für fast jede Lebensart eine passende Behausung.


Einheit trotz Vielfalt
Trotz aller Vielfalt an Gebäudetypen und Bauformen sowie den unterschiedlichen Materialien und Farben, die in der Oststadt Verwendung finden, wirkt das Quartier harmonisch und in sich geschlossen. Denn, Vielfalt der Architektur bedeutet hier nicht Beliebigkeit. Zwar können hier völlig unterschiedliche Arten von Gebäuden nebeneinander stehen und auf wundersame Weise ein harmonisches Ensemble bilden, doch nicht jede Architektur passt hier hinein. In einer Bürgerbeteiligung im Sommer 2015 wurde gemeinsam mit Anwohnerinnen und Anwohnern dieser Frage nachgegangen: Was macht die oststadttypische Architektur aus? Warum passen so viele Gebäude hier gut hinein, und warum andere wiederum gar nicht?


Methodik: „rückwärts gedacht“
In der Folge wurde dieses Thema von Planern vertieft und vor allem nach Wegen gesucht, das Charakteristische der Oststadtarchitektur in Regeln zu greifen, die auch Grundlage beispielsweise von Genehmigungsverfahren sein können.
Dabei wurde eine besondere Methodik verwendet: Es wurde eines der Gebäude in der Oststadt ausgesucht, das nach Meinung der Anwohner nicht oststadttypisch ist. Dabei wurde in diesem Fall ganz gezielt kein völlig unpassendes Gebäude gewählt, sondern ein ganz normales, das in jedem Neubaugebiet sicher keine schlechte Figur machen würde. Anhand dieses Gebäudes wurde Schritt für Schritt durchgespielt, welche Regelungen es hätte geben müssen, damit bei diesem Bauvorhaben ein oststadttypisches Gebäude entstanden wäre. Die so erarbeiteten Gesetzmäßigkeiten werden als Regelwerk formuliert, das für künftige Bauvorhaben in der Oststadt gelten soll.


Parklets als Impuls für die Oststadt
Die Stadt Reutlingen möchte Parklets als eine Bereicherung des öffentlichen Lebens fördern. Sie hat deshalb beschlossen, in der Oststadt als Impuls selbst drei Parklets zu erreichten und der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die drei Parklets können ab dem Erlebnistag und bis Sommerende ausprobiert werden. Die Standorte sind vorerst provisorisch und können nach dem Erlebnistag den Wünschen der Anwohnerinnen und Anwohner oder möglicher Paten verändert werden.
Die drei Standorte: Nachbarschaftstreff vor der Kaiserhalle, Tauschbörse in der Charlottenstraße und Radtheke in der Kaiserstraße.


Bedruckung Fahrradstraße auf der Charlottenstraße
Um die Fahrradstraße als eine besondere Straße zu betonen, bekommt sie seitlich ein Punktraster, das jetzt testweise in einem kurzen Abschnitt der Charlottenstraße aufgebracht ist. Die beiden Strei¬fen sollen die für eine Wohnstraße viel zu breit wir¬kende Asphaltfläche der Charlottenstraße optisch verschmälern.
Die Bedruckung soll zudem die Verkehrsteilneh¬mer dazu anregen, sich eher zur Mitte der Straße hin zu orientieren. Nur bei Gegenverkehr wird seit¬lich auf die bedruckten Bereiche ausgewichen. Das verlangsamt den Verkehr und gibt den Gehberei¬chen mehr Sicherheit.