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ISA ist jetzt zertifizierter Auditor für nachhaltige Stadtquartiere Beispielprojekt "Education City"
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17. Dezember 2018

ISA ist jetzt zertifizierter Auditor für nachhaltige Stadtquartiere Beispielprojekt "Education City"

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STADTQUATIER IN CHINA IN VORBEREITUNG FÜR DGNB ZERTIFIZIERUNG

Guangzhou Education City

In Guangzhou, früher oft auch als Kanton bezeichnet, beplant ISA Internationales Stadtbauatelier in Kooperation mit Beijing Co+E Architects & Designers eine knapp 20 ha große Fläche, die ein Teilgebiet der neuen Satellitenstadt „Guangzhou Education City“ ist bei deren Planung ISA auch maßgeblich beteiligt war. ISA bereitet zur Zeit die Vorzertifizierung des knapp 20 ha großen Stadtquatiers nach DGNB-System vor, es wäre das erste Stadtquatier in China, das nach DGNB System zertifiziert werden würde.
Guangzhou, Hauptstadt der Provinz Guangdong im Süden China’s und größte Stadt im Perlfluss-Delta, die des weiteren mit seinem Hinterland manchmal als die „Fabrik der Welt“ betitelt wird, entwickelt sich auch immer mehr zu einer Dienstleistungsstadt. Die ca. 10 qkm große „Guangzhou Education City“, die im Zentrum der neuen „Ost-Neustadt“ nordöstlich von Guangzhou liegt, hat das ambitionierte Ziel, eines der besten internationalen Bildungsgebiete der Region zu werden und setzt ihren Schwerpunkt auf Technische Hochschulen und Berufsfachschulen, Forschung und Entwicklung, Berufsberatung und gewünschten Unternehmens-Inkubatoren. ISA entwickelt nun eines der Subzentren, die sogenannte „Sharing Zone“ in der Mitte der neuen Bildungsstadt, die die umliegenden Schulen und Einrichtungen gemeinsam nutzen werden. Neben Handel und Gastronomie sind ein Trainingsgebäudekomplex, Bibliothek, Sporteinrichtungen, gesundheits und soziale Infrastruktur, sowie ein Hotel und Wohnnutzung vorgesehen. Zur Zeit befindet sich das Projekt in der detailierten Ausführungsplanung, der Auftraggeber ist das Haupt-Baubüro der Guangzhou Education City.
Ziel ist es eine ausgegliche Beziehung zwischen natürlichen, traditionellen und modernen funktionalen Anforderungen zu finden und ein lebendiges Subzentrum zu schaffen. Das Planungskozept sieht die Entwicklung des regionalen kulturellen Erbes vor, nämlich eine moderne Interpretation der lokalen Lingnan Kultur. Die Lingnan Architektur, die sich ursprünglich aus einer spezifischen Malschule der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ableiten lässt, ist ein Produkt aus transkulturellem und synkretischem Bauen, bestehend aus lokaler traditioneller Architektur und Einflüßen von anderen insbesondere asiatischen Ländern, was an der strategischen Rolle der Region lag, z.B. mit Guangzhou als zeitweise einzigem chinesichem Hafen, der für das Ausland offen war. Die lokale traditionelle Architektur reagiert auf das lokale heiße und subtropisch schwüle Klima mit verschiedenen Wegen, wie z.B. der Integration von Architektur und Landschaft, großen Vorbauten, natürlichen Belüftungssystemen mit perforierten Ziegelseteinen und Dachstrukturen oder mobilen Verschattungselementen.[i] Der Inbegriff des Lingnan Konzeptes soll vortgeführt werden, nämlich das Verweben von Stadt und Natur sowie von historischem Erbe und modernen Einflüßen . Die traditionellen räumlichen Strukturen und hierarchischen Merkmale einer Lingnan-Stadt sowie deren architektonischen Details, die modern interpretiert werden, werden mit dem natürlichen ökologischen Umfeld kombiniert und durch die Implementation eines öffentlichen modernen Dienstleistungszentrums soll eine dynamische Atmosphäre geschaffen werden.
Stellvertretend für die nachhaltige ökologische Planung wird im folgenden der Umgang mit Sonne, Wind und Wasser erklärt

 

Sonne

Um eine optimale natürliche Belichtung zu gewährleisten wurden die Gebäudeanordnung sorfältig ausgeführt und mit einer Sonnen-Schatten Simulation überprüft. Um in den heißen Monaten eine Schutz vor zu viel Sonneneinstrahlung zu bieten, werden überhängende Däche und flexible Jalousie angebracht, die auch einen Mehrwert bezüglich der Design-Qualität herstellen.

Wind

"Cold alley" effect

Um eine opitmale Ventilation zu ermöglichen, wurde nach einer Analyse des lokalen Klimas ein Konzept erstellt, dass Frischluftschneisen, Kaltluftentstehungsgebiet etc. ermöglicht. Zudem werden die Gebäude auf Stelzen gebaut, um den sogenannten „cold alley effect“ auszunutzen.

Wasser

In Guangzhou ergibt sich durch kurze massive Starkregen-Perioden ein besonderes Umgehen mit dem Regenwasser. Durch eine Reihe von Massnahmen, wie Muldenrigolen-Systeme, Wassergärten oder das Einsetzten von wasserduchlässigen Bodenmaterialien wird versucht das Regenwasser so weit wie möglich auf dem Planungsgebiet zu versickern zu lassen. Durch das Design wird ein Integrierter Abflußbeiwert von 0,51 erreicht. Bei einer traditionellen städtebaulichen Entwicklung (ohne besonderes Augenmerk auf die Wasser-Thematik) erreichen lokale Projekte zum Vergleich einen Wert von 0,85. Ohne eine städtebauliche Entwicklung hat das hauptsächlich landwirtschaftlich geprägte Gebiet einen Abflusswert von 0,3.